C'est Contre Nature

03.12.2007 um 18:18 Uhr

Titellos - wie vieles andere auf dieser Welt

von: Nyir   Stichwörter: Menschen, Seltsames, Tage, wie, heute

Stimmung: nachdenklich
Musik: I got nothin' left (Celine Dion)

Lange hab ich nichts mehr von mir lesen lassen. Aber ich denke, heute ist ein guter Tag, um dies zu ändern.
Kennt ihr das, wenn einem alles so merkwürdig vorkommt? So klar und doch so verschwommen?
Ich bin etwas verwirrt, denn heute ging ich in der Schule den Gang entlang und musste abrupt stehen bleiben. Ich blickte zu Boden und hatte das Gefühl gewachsen zu sein und zwar innerhalb weniger Sekunden. Ich kam mir auf einmal so groß vor. Mindestens 1.80m und dazu sei gesagt, dass ich in Wirklichkeit 1.63m groß bin.
Es war total eigenartig, der Boden schien so fern.
Wenn sich nun einige fragen, ob ich am Weihnachtsmarkt zu viel Glühwein erwischt habe, lautet die Antwort: Es waren weder irgendwelche Tabletten noch Alkohol im Spiel;

Jedenfalls war der heutige Tag im Allgemeinen etwas anders.
Ein Mensch, der meiner Wahrnehmung bisher ziemlich verschlossen war, schien heute offen zu sein, wie ich es noch nie erlebt habe.
Ich konnte wie aus einem Buch im Herzen dieser Person lesen. Das gelang mir schon vorher einige Male, aber heute war es - wie nur sehr selten - eine positive Erfahrung.
Dieser Mensch trägt so viele Wunden und Verletzungen in sich, doch heute erlebte ich diesen Menschen fröhlich und glücklich und überaus gelassen. Als wäre ein Felsen vom Herzen dieser Person gefallen.
Und dieses Erlebnis hat mich zwar innerlich lächeln lassen, jedoch machte es mich auch nachdenklich, weil ich weiß, dass dieser Zustand nicht für immer und ewig anhalten wird. Ihre Sorgen, Probleme und Wunden werden sie einholen...

"Sie ist ein ruheloses Wesen,
das ist sie immer schon gewesen."

Das Leben ist imgrunde eine manische Depression. Depression und Manie wechseln sich ab, einmal ist das Leben schön und dann wieder anstrengend und schrecklich.
Seit einiger Zeit weiß ich, dass ich depressive Phasen habe und zwar schon seit Jahren. Aber für mich sind Depressionen nicht direkt etwas Negatives oder Behinderndes.
Gut, ich kann in diesen Phasen meine Gedanken nicht abschalten, kann keine Menschen um mich haben, such die Einsamkeit und die Dunkelheit und zweifle an allem, von dem ich dachte, dass ich es ganz sicher weiß.
Aber: in meinen depressiven Phasen bin ich kreativ. Dann kann ich zeichnen, kann schreiben und vor allem kann ich denken, bis mein Kopf leer ist. Ich kann Gedanken zu Ende denken, auch wenn mich das Ende nicht zufrieden stellt.
Ich sehe meine Depression als eine teilweise (nur teilweise, weil ich keine manischen Phasen habe, sondern "nur" depressive) Anpassung an den Rhythmus des Lebens - mit seinen Manien und Depressionen. Ich sehe meine Depression nicht als Krankheit, denn sie beflügelt mich in meinem Schaffen, meinem Denken, meinem Sehen und manchmal sogar in meinem Fühlen.

Im Deutschunterricht mussten wir ein Buch lesen: Tonio Kröger von Thomas Mann;
Es geht darin um einen jungen Mann (=Tonio Kröger), der anders ist, als alle anderen Menschen.
Und er leidet darunter und sehnt sich so zu sein, wie die anderen.
Er ist Schriftsteller und Dichter. Es ist wie ein Auge, das ständig beobachtet und das Gesehene in Geschichten und Gedichte verpackt.
Während alle anderen alles als selbstverständlich betrachten, ist für ihn alles etwas Besonderes.
Tonio möchte sein, wie alle anderen, er möchte leben, wie alle anderen - doch er ist anders und er ist Künstler. Sein Herz schlägt in einem anderen Rhythmus. Er kann seinem Wesen nicht entkommen und kann es nicht überspielen.
Dieses Buch hat mich an einen Wunsch erinnert, den ich andauernd ganz still in mir trage und der hin und laut aufschreit: Ich möchte nur einmal einen neutralen Blick haben!
Wie ihr das interpretiert, ist euch überlassen...

So, für heute reicht es mal wieder, denke ich.
Habt eine schöne Woche und einen schönen Montagabend.

17.10.2007 um 18:52 Uhr

Where will YOU go?

von: Nyir   Stichwörter: Songtext, Gedanken

Stimmung: neutral
Musik: Where will you go (Evanescence)

Ich habe vor einiger Zeit das Lied "Where will you go" von Evanescene zugeschickt bekommen.
Aber irgendwie hab ich mich erst gestern Abend mit dem Lied beschäftigt (Songtext gesucht und genauer hingehört).
Und der Text machte mich sprachlos. Lest selbst, vielleicht versteht jemand, warum.

Where Will You Go

You’re too important for anyone
You play the role of all you long to be
But I, I know who you really are
You’re the one who cries when you’re alone

But where will you go
With no one left to save you from yourself
You can’t escape
You can’t escape

You think that I can’t see right through your eyes
Scared to death to face reality
No one seems to hear your hidden cries
You’re left to face yourself alone

But where will you go
With no one left to save you from yourself
You can’t escape
The truth
I realize you’re afraid
But you can’t abandon everyone
You can’t escape
You don’t want to escape

I’m so sick of speaking words that no one understands
Is it clear enough that you can’t live your whole life all alone?
I can hear you when you whisper
But you can’t even hear me screaming

Where will you go
With no one left to save you from yourself
You can’t escape
The truth
I realize you’re afraid
But you can’t reject the whole world
You can’t escape
You won’t escape
You can’t escape
You don’t want to escape

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14.10.2007 um 21:36 Uhr

Tränen

von: Nyir   Stichwörter: Trauer, Traenen, Umschwung, Besserung

Stimmung: durcheinander
Musik: I knew you were waiting for me (Aretha Franklin & George Michael)

Hallo!
Ich möchte mich zuerst einmal bei allen Bedanken, die meine Blogeinträge kommentieren. Vielen Dank für eure lieben Worte! Happy
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Vor wenigen Minuten habe ich ein Chat-Gespräch mit meiner besten Freundin beendet. Sie ist seit Juli 2007 in Irland, weil sie dort ein Jahr als Au-Pair arbeitet.
Momentan habe ich wieder eine ziemlich sensible und verletzliche Phase und ich habe meiner Freundin erzählt, was so in mir vorgeht.
Während des Schreibens musste ich plötzlich furchtbar weinen - momentan kommt einfach alles zusammen.
Die Tränen rannen in Bächen über mein Gesicht, sodass ich kaum noch sehen konnte, was wir uns gegenseitig schrieben.

Jetzt geht's mir wieder etwas besser. Und ich frage mich warum.
Warum kann Weinen den seelischen Druck erleichtern?
Wird dieser seelische Druck vielleicht doch durch eine chemisch/biologisch nachweisbare Substanz ausgelöst, die mit der Tränenflüssigkeit ausgeschieden wird?

Aber wie soll etwas chemisch-biologisches auf die Seele Einfluss haben können? Die Seele ist doch kein Organ oder besteht nicht aus Zellen. Oder?

Und doch geht es mir nach dem Weinen besser. Es ist wirklich seltsam...

03.10.2007 um 23:39 Uhr

Das seltene Tier (in mir und dir)

Stimmung: müde
Musik: Angel (Sarah McLachlan)

Heute hab ich zwei Gedichte geschrieben. Das hier ist eines davon...das erste der beiden.
Ich möchte dieses Gedicht meiner lieben HAIBARA widmen, weil sie mich ein bissl darauf gebracht und dazu inspiriert hat.
Es ist zwar ein trauriges Gedicht, aber am Ende erscheint doch ein Hoffnungsschimmer!
Ich würde mich wirklich sehr über eure Meinungen und/oder Interpretationen freuen!

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Das seltene Tier (in mir und dir)

Wie lange hält dich dieser Käfig,
etwa schon immer, etwa schon ewig?
Ständig rennst du hin und her,
fällt dir das Stillstehn denn so schwer?

Diese kalten Gitterstäbe,
wenn es sie doch gar nicht gäbe.
Du fühlst das harte, kalte Eisen,
würdest es zu gern zerreißen.

Viele Regeln und Gesetze,
suchen täglich ihre Plätze
in einer Welt, die einst war frei.
Schon längst ist diese Zeit vorbei.

Doch du lebst in dieser Zeit,
bist zu allem noch bereit.
Aber du bist eingeschlossen,
wirst mit bösem Blick beschossen.

Die anderen sind nicht wie du,
die anderen, die hörn’ nicht zu.
Sie schließen alle ihre Augen,
wollen nicht an Wunder glauben.

Du kannst keine Ruhe finden,
hast Angst bald selber zu erblinden.
So müssen deine Füße rennen,
als würden deine Sohlen brennen.

Dein Geist muss einfach weiter wachen,
auch wenn die andern noch so lachen.
Du hängst zu fest in ihren Fängen,
fühlst, wie sehr sich dich bedrängen.

Gefangen bist du, selt’nes Tier,
das die Menschen blöd begaffen.
Ich eile schon zur Rettung dir,
gemeinsam können wir es schaffen.

Fühlst du denn nicht meine Nähe?
Hörst du nicht die schwarze Krähe?
„Komm schon, du musst ruhig werden,
denn so wirst du bald schon sterben!“

Ich weiß, du kannst mich deutlich hören,
lässt dich in deiner Eile stören.
Du kannst mich durch das Gitter sehen,
und fängst erbärmlich an zu flehen:

„Befreie mich von dieser Menge,
in der nicht eine Seel’ ich kenne.
Deine Worte rührten mich,
sag mir, Fremde: kenn ich dich?“

Ich blick' dich an,
und sprech' sodann:
"Du bist zwar selten, doch kein Tier,
die halten dich doch bloß dafür.

Mein Herzschlag ist dir wohl bekannt,
deshalb hast du ihn gleich erkannt.
Wir sind anders, glaube mir,
du bist wie ich, ich helfe dir."

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20.09.2007 um 00:03 Uhr

Von Herz zu Herz getragen

von: Nyir   Stichwörter: Gedicht, Herz

Stimmung: nachdenklich
Musik: Listen to your heart (DHT)

Von Herz zu Herz getragen

Von Herz zu Herz getragen,
sind viele stumme Fragen.
Komm, gib mir deine Hände,
denn sie sprechen Bände.

Es ist tief in deiner Seele,

wonach ich so lang schon such’.
Du willst, dass ich’s verfehle, 
aus Angst vor meinem Fluch.

Meinem Fluch, der keiner ist,
der zeigt, wer du wirklich bist.
Reiß ab deine kalten Mauern,
und lass mich mit dir trauern.

Von Herz zu Herz getragen,
sind unendlich viele Fragen.
Die Antwort liegt tief in dir,
sieh mich an und sprich zu mir.

Unnötig sind sinnleere Worte,

an diesem guten, stillen Orte.
Du weißt genau, wer ich bin,
du weißt, ich gebe mich dir hin.

Komm, blick’ mich einfach an,
lass deine Augen sprechen dann.
Nun fühlst du mich,
und ich fühl’ dich.

Von Herz zu Herz sind getragen,
all die vielen, stummen Fragen.
Ich hör die Antwort, so rein und wahr,
Tränen verlassen dein Augenpaar.

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Ich würde mich sehr über eure Meinungen über dieses Gedicht, das ich vor ein paar Tagen geschrieben habe, freuen! :o)

14.09.2007 um 19:36 Uhr

"Früher" ist das alte "Heute"

von: Nyir   Stichwörter: Menschen, Gesellschaft, Überlebenstrieb

Stimmung: zufrieden
Musik: Fifth Element Song (Blue Diva)

Heute in der Lateinstunde fiel mir ein Gedanke ein, den ich seit längerem vergessen hatte.

Ich fragte mich einmal: "Warum ist der Mensch quasi von Natur aus so geprägt, dass er der Menge folgt?"
Genauer gesagt, fragte ich mir, warum es so viele "Mitläufer" gibt und warum die Menschen sich in ihrer Meinung oder im Verhalten der Mehrheit (der Gesellschaft) anpassen.
Ich bin ja da etwas anders, ich lasse mich nicht in eine Schublade zwängen und ich lasse mir nicht gern in die Karten schauen.
Ich weiß nicht, ob das, was ich mir zu dem Thema gedacht habe, irgendwann wissenschaftlich erklärt wurde oder ob das mal im Laufe einer Studie erforscht wurde. Ich habe jedenfalls nie von so etwas gelesen.
Hier meine Erklärung zu meinen Überlegungen:

Alles beginnt imgrunde zur Zeit der Urmenschen. Sie mussten zusammenhalten, in Gruppen leben, um ihr eigenes Überleben zu sichern.
Wurde ein Mensch aus einem Klan/Stamm ausgeschlossen, bedeutete das für ihn den sicheren Tod.
Ich glaube, es dürfte wohl sehr selten vorgekommen sein, dass ein Mensch dauerhaft alleine überlebte, aufgrund der Gefahren, Witterungen und Jahreszeiten (Winter!).
Und für die Menschen von heute gilt das irgendwie auch noch. Zwar nicht direkt, aber es ist noch immer in ihnen verankert, dass man sich lieber der Menge anschließt, als alleine da zu stehen.
Heute geht es zwar nicht mehr ums physische Überleben, dafür aber um das psychische Überleben. Denn als Außenseiter wird man belächelt, ausgelacht, beschumpfen, fertig gemacht, an den Rand der Gesellschaft gedrängt,...
Da ist es ganz egal, ob man reich oder arm, klug oder dumm, schön oder hässlich ist. Das spielt dann einfach keine Rolle mehr. Wer sich der Gesellschaft widersetzt, wird ausgestoßen.
Und weil der Ur-Überlebenstrieb in jedem Menschen steckt, geht man eben auch eher mit der Menge mit und fügt sich auch Dingen, die man vielleicht gar nicht so gut findet.

Aus diesem Grund auch die Überschrift dieses Blogs. Es hat sich seit jeher nicht viel verändert auf diesem Gebiet: "Früher" ist also nur das alte "Heute"!

12.09.2007 um 20:52 Uhr

Ich trage Leben in mir

von: Nyir   Stichwörter: Leben, Passivität, Glauben, Schwangerschaft

Stimmung: gut
Musik: Masquenada (Black Eyed Peas feat. Sergio Mendes)

Guten Abend! 

Heute spreche ich mal ein vielleicht etwas eigenartiges Thema an.

Der Kinderwunsch ist bei jedem Menschen (egal ob Mann oder Frau) unterschiedlich. Manche wünschen sich Kinder, andere wiederum nicht.
Ich gehöre zu den Menschen, die unbedingt Kinder haben möchten. Ich liebe Kinder und freue mich, wenn ich selbst einmal welche bekomme und habe.

Wenn ich sonntags in der Kirche bin und am Ende der Messe der Segen gespendet wird, so bekreuzige ich mich nicht nur selbst, sondern gebe auch meinem Bauch ein kleines Kreuz.
Vielleicht denken nun manche, ob ich verrückt sei und was das bringen soll. Nun, ich glaube einfach daran, dass es hilft, auf welche Weise auch immer.
Mir ist vor einiger Zeit (vor über einem Jahr) nach längerem Nachdenken nämlich aufgefallen, dass ich doch eigentlich meine halben Kinder schon in mir trage. Ich trage sie Tag und Nacht in mir und sie begleiten mich überall hin.
Ihnen fehlt nur noch die andere Hälfte, die es ihnen ermöglicht zu wachsen!
Ich bin dadurch auch niemals alleine, auch wenn ich mich manchmal so fühle.

Es ist auch wirklich seltsam, denn ich liebe meine Kinder heute schon so unendlich!!

Vielleicht klingt das alles für euch weit hergeholt, markaber oder abartig, aber für mich ist es etwas Wunderschönes!! :o)

Liebe Grüße, Nyir :o)

06.09.2007 um 00:59 Uhr

Wenn Gedanken zu Worten werden...

von: Nyir   Stichwörter: Gedanken, Gedicht, Glaube

Stimmung: müde
Musik: C'est pour vivre (Celine Dion)

Der heutige Eintrag besteht eigentlich nur aus einem Gedicht, das ich in den letzten zwei Stunden geschrieben habe. Es dauerte lang, bis ich damit zufrieden war.
Immer wieder mussten ein paar Zeilen durch andere ersetzt werden, aber jetzt ist das Werk beendet.
Ach...von Metrik halte ich übrigens nicht viel, weil ich denke, dass das bei einem Gedicht einfach nicht zwigend notwendig ist.

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Eine Antwort

 

Ich sitze schweigend in der Bank,

nach langem Gebet und wenig Dank.

Die Madonnenstatue vor mir blickt mich an,

und ich frage mich, ob sie mich sehen kann.

 

Ich denke an den Tag zurück,

und empfind’ dabei kein Glück.

Warum ist mein Leben so furchtbar schwer,

und warum mein Herz manchmal so leer?

 

Ich schließe meine Augen,

ich kann es kaum glauben.

Wieder einmal ist es geschehen,

ich habe wieder eine Seele gesehen.

 

Mit all den Gefühlen, die dabei entstehen,

muss ich es mir schon wieder eingestehen.

Ich bin anders, ich kann es nicht verstehen,

muss eine Prüfung nach der andern bestehen.

 

„Warum ich?“, lautet meine Frage,

mit der ich mich schon lange plage.

„Wer bin ich, jemanden einfach zu erkennen?“,

still ist es, niemand will die Antwort nennen.

 

„Warum sehe ich und andre nicht?“

Auf einmal fühl’ ich etwas: Licht?

Ich öffne meine Augen,

und kann es nicht glauben.

 

Die Madonnenstatue bewegt sich und spricht:

„Kind, ich bin bei dir, verzweifle nicht.“

Von ihrem Thron steigt sie herunter,

und blickt mich an und lächelt munter.

 

Sie legt ihre Hände auf mein Gesicht,

umhüllt bin ich von ihrem Licht.

Sie setzt sich neben mich, auf ganz besondere Weise.

„Ich liebe dich, mein Kind“, sagt sie schließlich leise,

 

Ihre Hand umfasst ganz sanft die meine,

ich suche nach Worten, doch finde keine.

„Steh nun auf und verlass’ diese Räume,

vertraue auf Gott und auf deine Träume.

 

Geh in die Welt hinaus und lass es geschehen,

lass dein Herz in das eines anderen sehen.

Doch bevor du gehst, beantworte ich dir eine Frage:
Das, was dich sehend macht, Kind, ist deine Gabe.“


 

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Ich würde mich über ein paar Gedanken oder Interpretationen dazu freuen. :o)

22.08.2007 um 17:20 Uhr

Der Uhrmacher

von: Nyir   Stichwörter: Gedanken, Gott, Menschheit, Stellenwert, der, Menschen

Stimmung: nachdenklich

So, ich kann es nicht lassen. Hier schon mein nächster Blogeintrag.

Gestern war ich unglaublich wütend auf mich und auf die Menschheit. Ich bin dann um 18 Uhr in die Kirche gegangen...ich konnte gar nicht anders.
Ich habe Gott dort einfach Fragen gestellt und ihm Vorwürfe gemacht. Ich habe Antworten erhalten...in meinem Herzen. Und dafür bin ich erstmals sehr dankbar.

Im Laufe des Abends schaffte ich es dann, die Energie meiner Wut in Nachdenken umzuwandeln. Ich habe dabei versucht, die Gottes Gedanken zu verstehen...ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht.
Ich dachte darüber nach, warum die Menschen sich immer wieder Idole suchen. Und wonach sie dabei suchen.
Was macht das für einen Sinn z.B. Brad Pitt nachzuschwärmen, Poster aufzuhängen, jeden Film mit ihm zu kaufen und so weiter.
Oder wenn die jungen Mädchen reihenweise in Ohnmacht fallen, wenn sie auf einem Tokio Hotel Konzert sind. "Aaaachhh...Bill hat mich angeguckt" *umfall*.
Warum diese Schwärmerei unter den Menschen?
Ich habe es mir abgewöhnt einen anderen Menschen zu verehren...es war nicht leicht, aber ich wollte es so und deshalb habe ich es auch geschafft.
Man kann meiner Meinung nach einen Menschen lieben und achten, aber nicht verehren.
Wer sich jetzt denkt, ich wäre konservativ oder eingebildet, soll sich jetzt bitte das kommende Beispiel durchlesen, das mir gestern eingefallen ist:

Man stelle sich einen Uhrmacher vor. Dieser Uhrmacher fertigt eine Uhr an, aber es ist keine gewöhnliche Uhr. Denn zu jeder vollen Stunde spielt sie eine kleine Melodie...es ist eine sehr schöne Melodie und man würde ihr wohl gerne zuhören.
Meine Frage lautet nun: Sollte man als Mensch nun die Uhr verehren, weil sie diese tolle Melodie spielen kann oder sollte man vielleicht doch den Uhrmacher verehren, da er die Uhr gemacht und ihr die Eigenschaft des Melodie-Spielens gegeben hat?

Ich glaube viele werden jetzt sagen: Den Uhrmacher natürlich. Die Uhr existiert ja nicht aus sich selbst und hat das Melodie-Spielen ja nicht von selbst erlernt.
Man übertrage dieses Beispiel nun in die heutige Welt.
Den Uhrmacher setze ich mit Gott gleich, die Uhr - meinetwegen - mit Celine Dion und die Melodie mit ihrem Gesangstalent.
Das alles lässt sich natürlich auch auf jeden anderen Menschen übertragen, denn jeder Mensch hat mindestens ein Talent.

Ich habe mir gestern auch noch Gedanken darüber gemacht, warum die Menschen manch anderen Menschen einen höheren Wert verpassen. Ist denn das Leben eines George Bush mehr wert, als das meine? Sicherlich nicht, oder? Und dennoch bin nicht ich diejenige, die von unzähligen Bodyguards (die übrigens ihr eigenes Leben für das von George Bush geben würden) bewacht und beschützt wird...
Das erscheint mir irgendwie sehr grotesk und absolut falsch. Auch wenn George Bush den Schutz vermutlich viel nötiger hat als ich. :oP Aber das hat hiermit nichts zu tun, da es hier nur um das Prinzip geht.
Mich beschäftigt auch, dass behinderte Menschen (egal ob geistig oder körperllich) oft auf Verachtung, Angst oder abwertendes Verhalten stoßen müssen. An die vielen Abtreibungen angeblich (!) behinderter Kinder gar nicht mal zu denken.
Oder wenn ich da an Rassismus denke. Wie kommt ein Mensch auf die Idee einen anderen Menschen wegen seiner Hautfarbe zu verachten? Ist das nicht lächerlich, wenn man genauer darüber nachdenkt?
Ich denke, da spricht die pure Angst aus einem Menschen, wenn er einen Menschen, der anders ist, verachtet. Angst vor dem fremden Äußeren...aber bestehen wir denn nicht alles aus denselben Organen, aus Knochen, Knorpel und Blut? Haben wir nicht alle Gedanken und Gefühle?
Ich möchte hier wieder das Beispiel mit dem Uhrmacher verwenden:

Der Uhrmacher hat sein ganzes Haus voll mit seinen handgefertigten Uhren. Die einen haben ein Gehäuse aus dunklem Holz, die anderen aus hellem. Die einen haben Goldzeiger, die anderen einfache Messingzeiger. Die einen haben in ihrem Inneren Plastikzahnrädchen, die anderen starke Eisenzahnrädchen.
Manche unter ihnen sind asymmetrisch und wirken unter den vielen schönen Uhren wie Fehler. Aber das sind sie nicht. Sie wurden nämlich absichtlich so gefertigt, sonst würden sie wohl auch nicht im Haus des Uhrmachers stehen, sondern in seinem Abfall landen.
Es passiert nur leider häufig, dass die schönen Uhren die asymmetrischen Uhren stoßen, sodass sie zu Boden fallen und kaputt gehen.

Und trotzdem: Man sieht, es kommt gar nicht darauf an, wie die Uhren außen oder innen aussehen. Denn sie stehen ALLE im Haus des Uhrmachers, was bedeutet, dass ihm jede gleich viel wert ist. Und warum? Weil seine Arbeit und seine Liebe darin stecken. Er hat sich bei jeder Uhr etwas gedacht...und hat sie nach seinen Vorstellungen angefertigt. Er hat sich bei jeder Mühe gegeben und mit Liebe daran gearbeitet. In seinen Augen ist JEDE Uhr perfekt....und in unseren Augen?

22.08.2007 um 12:30 Uhr

C'est moi - das bin ich

von: Nyir

Stimmung: neutral

Ich hab nun meinen ersten Blog-Eintrag gelöscht, weil ich mir letzte Nacht gedacht habe, ich sollte mich im ersten Eintrag vielleicht erstmals vorstellen.

Mein Name ist Magdalena, ich bin 18 Jahre alt und gehe noch zur Schule.
Ich bin Katholikin und lebe meinen Glauben auch aus. Aber ich bin auch Philosophin, das heißt, ich glaube nicht einfach, sondern denke über die Dinge nach, die die Kirche von sich gibt und die in der Bibel stehen.
Es ist mir nicht möglich, etwas einfach so hinzunehmen, wie es ist.
Ich glaube nicht blind, ich mache mir selbst ein Bild von allem und entscheide für mich selbst, ob ich dann für eine Sache bin oder nicht.
Ich liebe die Natur und vor allem die Tiere über alles. Ich bin auch sehr für Naturschutz und gegen Tierquälerei (das schließt Tierversuche mit ein!). Ich hab auch die kleine Macke, dass ich dort, wo Tiere sind, immer darauf achte, ob sie artgerecht gehalten werden. Auf diesem Gebiet kann ich auch mal ganz schön streng und neurotisch sein, aber es hat ja jeder Mensch so seine kleinen Fehlerchen. :o)

Vielleicht fragen sich jetzt einige, was mir einfällt, mich selbst als Philosophin zu bezeichnen, wo ich doch erst 18 Jahre alt bin, noch nicht mal die Matura gemacht und kein Philosophiestudium absolviert habe.
Meine Antwort darauf lautet: Philosophie kommt aus dem Herzen. Man wird als Philosoph/in geboren, man kann es nicht erlernen.
Man kann bei einem Studium die Theorie lernen, man kann versuchen diese praktisch anzuwenden. Aber philosophieren bedeutet für mich nicht, dass man erlernte Philosophie weiterpredigt.
Philosophieren bedeutet für mich, dass man selbst auf philosophische Gedanken kommt und das unabhängig von den Lehren von Sokrates, Platon, Aristoteles, Plotin, Descartes, Locke oder Hume (und wen es da noch so gibt). Was natürlich nicht bedeutet, dass man Ähnlichkeiten oder Übereinstimmungen mit anderen Philosophen/innen haben kann.
Aber wer nur das weitergibt, was er im Schulfach "Philosophie" oder während eines Philosophiestudiums erlernt hat und vielleicht sogar noch damit prahlt, ist kein wahrer Philosoph, wenn er zusätzlich nicht selbst denkt. Zumindest ist das meine Meinung.

Aber weiter zur mir selbst, ich drifte nämlich schon wieder ab. Ich wollte mich und meine Person ja eigentlich ein bisschen vorstellen:
Obwohl ich ein sehr misstrauischer und zurückhaltender Mensch bin, so sind doch Emotionen und andere Menschen das wichtigste für mich.
Ohne Emotionen könnte ich nicht leben. Sie durchfließen meinen Körper und meine Seele wie ein Fluss warmen Wassers.
Ich glaube auch, dass ich Emotionen einen sehr viel höheren Stellenwert gebe, als andere Menschen. Es ist, als würde ich auf einer anderen Ebene fühlen, ich kann das nicht mit Worten beschreiben.
Und wenn ich nun sage, dass ich manchmal sogar die Gefühle anderer Menschen leibhaftig fühlen kann, werden wohl viele den Kopf schütteln und meinen Blog in Zukunft meiden.
Ich habe am Anfang auch gedacht, dass sowas ja niemals möglich sein kann...bis ich es selbst erleben durfte.
Man steht plötzlich einem Menschen gegenüber, sieht ihn und auf einmal beginnt alles um einen herum zu fließen. Was fließt sind die Emotionen...genauer kann ich das nicht beschreiben. Um das wirklich zu begreifen, muss man es selbst gefühlt haben.
Man sieht also: Gefühle und Emotionen sind für mich sehr sehr wichtig;

Ansonsten...was gibt es sonst noch zu sagen? Ach...ich mach einfach noch einen kleinen Steckbrief zum Schluss, sonst wird das hier sowieso zu kompliziert. :o)

STECKBRIEF:
Name: Magdalena
Geburtstag: 27. Oktober 1988
Sternzeichen: Skorpion
Familienstand: ledig/single
Geschwister: keine
Berufswunsch: Hebamme oder Zoologin

Likes: Natur, Tiere, nachdenken, Computergraphik, Zeichnen, Musik (!)
Dislikes: Oberflächlichkeit,...meine eigene und die der anderen Menschen
Lieblingsfilm: hab ich keinen, aber ich mag vor allem Filme mit wahrem Hintergrund bzw. realistischem Inhalt
Lieblingsschauspieler/in: hab ich keine/n
Lieblingsserien: ER, Desperate Housewives,...
Lieblingssänger/in: Celine Dion (schon seit meinem 8. Lebensjahr)
Lieblingslied: hab ich im Moment keines
Lieblingsbuch: Sofies Welt (von Jostein Gaarder)
Lieblingstier: ich liebe ALLE Tiere...unglaublich, aber wahr